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Gedenktafel Helmuth James Graf von Moltke

    Adresse: Bürgerzentrum West
    Bebelstr.22, 70193 Stuttgart
    Zugang: Öffentlicher Raum
    © Wilma Heuken

    Dr. Helmuth James Graf von Moltke wurde am 11. März 1907 auf dem Familiengut Kreisau in Schlesien geboren. Er wuchs auf Schloss und Gut Kreisau bei Schweidnitz in einem vom Protestantismus und britisch-liberalen Einflüssen geprägten Elternhaus auf.

    Nach dem Abitur im Jahr 1925 studierte Moltke Rechts- und Staatswissenschaften in Breslau, Heidelberg, Berlin und Wien. 1929 legte er das Referendarexamen ab und übernahm die Generalvollmacht für die Verwaltung des elterlichen Guts. 1930 lernte er Freya Deichmann kennen, die er 1931 heiratete. Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung und der Promotion im Jahr 1936 eröffnete er in Berlin eine Anwaltskanzlei und spezialisierte sich auf Völkerrecht und internationales Privatrecht. Regelmäßige Aufenthalte in England dienten zudem seiner Ausbildung zum britischen Rechtsanwalt.

    Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Moltke als Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht dienstverpflichtet. Seine Position nutzte er, um sich im Rahmen seiner Möglichkeiten gegen das nationalsozialistische Regime einzusetzen. Er unterstützte Verfolgte bei der Flucht, setzte sich für die Einhaltung des Völkerrechts ein und versuchte, Misshandlungen von Kriegsgefangenen sowie die Erschießung von Geiseln zu verhindern.

    Ab 1940 bildete Moltke gemeinsam mit Peter Yorck Graf von Wartenburg den Kern des später von der Gestapo als „Kreisauer Kreis“ bezeichneten Widerstandsnetzwerks. Im Mittelpunkt der Arbeit dieser Gruppe stand nicht die Vorbereitung eines Attentats auf Adolf Hitler, sondern die Entwicklung politischer und gesellschaftlicher Konzepte für ein demokratisches Deutschland nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur. Angesichts der zunehmenden Verbrechen des NS-Regimes revidierte Moltke schließlich seine zunächst ablehnende Haltung gegenüber einem Attentat auf Hitler.

    Am 18. Januar 1944 wurde Moltke von der Gestapo verhaftet, nachdem er einen Bekannten vor einer bevorstehenden Festnahme gewarnt hatte. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 geriet auch der Kreisauer Kreis verstärkt in den Fokus der nationalsozialistischen Verfolgung. Am 10. und 11. Januar 1945 wurde Moltke vor dem Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Obwohl ihm eine Beteiligung am Attentat nicht nachgewiesen werden konnte, stützte sich das Urteil auf seine oppositionelle Haltung und seine christlich geprägten politischen Überzeugungen.

    Moltke wurde – wie sieben weitere Angehörige des „Kreisauer Kreises“ – am 23. Januar 1945 in Plötzensee hingerichtet.

    Die Gedenktafel befindet sich an der Außenwand rechts neben dem Eingang zum Bürgerservice.

    Siehe auch:
    LeMO Biografie – Helmuth James Graf von Moltke
    Briefe an Freya -1939-1945

    Text: Beate Müller
    Publiziert am: 31. Januar 2025 / Revision 20. Juli 2026