Adresse: Waldfriedhof – Abteilung 9n
Waldfriedhof 3, 70597 Stuttgart
Zugang: Öffnungszeiten städtische Friedhöfe
Beisetzung: 1965
© Beate Müller
Otto Konz wurde am 24. Mai1875 in Tübingen als erstes von vier Kindern des Bäckers und Gastwirts Gottlieb Christoph Konz und seiner Frau Luise Ernestine geboren. Von 1893 bis 1897 studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Stuttgart und übernahm anschließend früh Verantwortung im staatlichen Straßen- und Wasserbau. Nach mehreren Stationen im württembergischen Straßenbau war er wiederholt in der Ministerialabteilung für Straßen- und Wasserbau in Stuttgart tätig. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählte der Ausbau des Neckarkanals, der die wirtschaftliche Entwicklung der Region maßgeblich förderte.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 geriet Konz aus politischen und persönlichen Gründen unter Druck. Trotz seiner fachlichen Anerkennung wurde er wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Regime und der Einstufung seiner Ehefrau als „nichtarisch“ angegriffen. Im Juni 1933 zunächst beurlaubt, kehrte er im Oktober desselben Jahres in die Neckarbaudirektion zurück. Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutscher Ingenieure sprach er sich zudem gegen die Ernennung des NS-Parteitheoretikers Gottfried Feders zum Vorsitzenden aus.
Aufgrund anhaltender Spannungen beantragte Konz 1937 seine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand, die im Frühjahr 1938 erfolgte. Danach war er noch beratend an Kanalprojekten beteiligt, zog sich jedoch ab 1942/43 zurück, als parteipolitische Kriterien zunehmend bestimmend wurden.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte Konz an der Neuorganisation der Wasserstraßenverwaltung mit. Auf Bitte des Stuttgarter Oberbürgermeisters Arnulf Klett übernahm er am 7. Mai 1945 den Vorsitz des Südwestdeutschen Kanalvereins. In den folgenden Jahren engagierte er sich insbesondere beim Wiederaufbau der Neckarbrücken und beim Neuaufbau des Wasserbaus im Südwesten. Angebote der amerikanischen Militärregierung für höhere Verwaltungsämter lehnte er altersbedingt ab.
Siehe auch:
Otto Konz – Wikipedia
Deutsche Biographie – Konz, Otto
Text: Beate Müller
Publiziert am: 25. Mai 2026
