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Grabstätte Fritz Leonhardt

    Adresse: Waldfriedhof – Abteilung 14 f2
    Waldfriedhof 3, 70597 Stuttgart
    ZugangÖffnungszeiten städtische Friedhöfe
    Beisetzung: 1999
    © Beate Müller

    Dr. Friedrich Christof „Fritz“ Leonhardt wurde am 11. Juli 1909 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Stuttgart und schloss 1931 ab. Anschließend sammelte er in den USA an der Purdue University wichtige Erfahrungen und knüpfte Kontakte, insbesondere im modernen Brückenbau.

    Nach seiner Rückkehr 1933 arbeitete Leonhardt im Umfeld des staatlichen Infrastrukturaufbaus. Er trat noch im selben Jahr der SA bei und wurde 1939 Mitglied der NSDAP. In den folgenden Jahren war er als Ingenieur im Reichsautobahnbau tätig und wirkte an großen Projekten mit. 1938 promovierte er und gründete in München ein eigenes Büro, das sich mit repräsentativen Bauvorhaben des NS-Staates beschäftigte, von denen viele nicht mehr umgesetzt wurden.

    Während des Zweiten Weltkriegs übernahm Leonhardt leitende Aufgaben innerhalb der Organisation Todt. Er war unter anderem im Baltikum eingesetzt und an kriegswichtigen Bauprojekten beteiligt. Seine Tätigkeit stand damit im Kontext der nationalsozialistischen Bau- und Rüstungsplanung.

    Nach 1945 gelang ihm der rasche berufliche Neubeginn. Er beteiligte sich am Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur und trug maßgeblich zur Entwicklung des Spannbetonbaus in Deutschland bei. 1953 gründete er mit Wolfhardt Andrä ein Ingenieurbüro.

    In der Bundesrepublik wurde Leonhardt zu einem der prägenden Bauingenieure seiner Zeit. Er war an bedeutenden Projekten beteiligt, etwa am Stuttgarter Fernsehturm, und lehrte von 1957 bis 1974 an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seine Rolle im Nationalsozialismus wurde lange nur am Rande thematisiert und stand seiner erfolgreichen Nachkriegskarriere nicht im Weg. Leonhardt starb am 30. September 1999 in Stuttgart.

    Siehe auch:
    Wikipedia
    SWR Fernsehturm Stuttgart
    Uni-Stuttgart.de

    Text: Beate Müller
    Publiziert am: 25. Mai 2026