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Grabstätte Alfred Weidenmann

    Adresse: Waldfriedhof – Abteilung 30b
    Waldfriedhof 3, 70597 Stuttgart
    ZugangÖffnungszeiten städtische Friedhöfe
    Beisetzung: 2000
    © Beate Müller

    Alfred Weidenmann wurde am 10. Mai 1916 in Stuttgart geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste seiner Heimatstadt. Anschließend arbeitete er zunächst als Fotograf, bevor er sich dem Schreiben und später dem Film zuwandte.

    Schon früh engagierte sich Weidenmann im nationalsozialistischen Umfeld. 1934 trat er sowohl der NSDAP als auch der Hitlerjugend bei. In den folgenden Jahren arbeitete er für verschiedene Parteizeitungen und übernahm innerhalb der Hitlerjugend Aufgaben in der Presse-, Propaganda- und später in der Filmarbeit. Dabei entstanden erste Filme und Jugendbücher, die den nationalsozialistischen Vorstellungen entsprachen. Für einige dieser Veröffentlichungen erhielt er Auszeichnungen, darunter einen Preis des Nationalsozialistischen Lehrerbundes.

    Nach Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst setzte Weidenmann seine Tätigkeit im nationalsozialistischen Kulturbetrieb fort. Er gab die Buchreihe Bücher der Jungen heraus, veröffentlichte mehrere Jugendromane und arbeitete als Schriftleiter der Kriegsbücherei der deutschen Jugend. Zeitweise nutzte er dabei das Pseudonym „W. Derfla“.

    1942 wurde er zum Bannführer der Hitlerjugend befördert. Gleichzeitig übernahm er die Leitung der HJ-Filmschau Junges Europa sowie der Hauptabteilung Film in der Reichsjugendführung. Gemeinsam mit Herbert Reinecker entstand in dieser Zeit unter anderem der Propagandafilm Junge Adler.

    Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Weidenmann in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wo er eine Soldatenbühne leitete. Nach seiner Rückkehr wurden mehrere seiner während der NS-Zeit erschienenen Schriften in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

    In den Nachkriegsjahren veröffentlichte Weidenmann zunächst wieder Jugendbücher, bevor er sich verstärkt der Filmregie widmete. Ab den 1950er-Jahren etablierte er sich mit zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen als erfolgreicher Regisseur. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen Filme wie Canaris sowie später zahlreiche Folgen der Fernsehserien Derrick, Der Kommissar, Sonderdezernat K1 und Der Alte.

    Alfred Weidenmann starb im Jahr 2000 im Alter von 84 Jahren in Zürich.

    Siehe auch:
    Alfred Weidenmann – Biografie

    Text: Beate Müller
    Publiziert am: 28. Juli 2026