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Stuttgart-Nord 2

Israelitischer Teil Pragfriedhof

Der israelitische Teil des Pragfriedhofs in Stuttgart-Nord ist ein bedeutender Erinnerungsort für die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Recherche aus den Monaten Juli und August 2024 dokumentierte insgesamt 63 Erinnerungsorte: 62 Grabstätten sowie das Mahnmal für die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Württemberger.

Der Friedhof wurde 1874 angelegt und umfasste zunächst eine Kapelle, die später um ein Taharahaus, ein rituelles Reinigungshaus, erweitert wurde. Sowohl die Kapelle als auch das Taharahaus wurden bei Luftangriffen im Jahr 1944 zerstört. Bestattungen fanden jedoch noch bis Anfang 1945 statt. Auf dem Friedhof wurden zahlreiche jüdische Opfer des Nationalsozialismus beigesetzt, darunter Menschen, die angesichts der Verfolgung Suizid begingen, sowie Männer, die auf dem Weg in ein Konzentrationslager starben oder dort ermordet wurden. Auch die Schändung von Gräbern gehörte zur Verfolgung. Unter anderem wurden Metallbuchstaben und Plaketten von den Grabmälern entfernt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden umgestürzte Grabsteine wieder aufgerichtet und beschädigte Inschriften erneuert. Eine besondere Bedeutung hat das Mahnmal für die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Württemberger. Es wurde am 9. November 1947, neun Jahre nach der Pogromnacht, in der Abteilung 19 des Friedhofs eingeweiht.

Heute befinden sich in 13 der insgesamt 22 Abteilungen 62 Grabstätten, die an Angehörige erinnern, die durch die nationalsozialistischen Massenverbrechen ums Leben kamen und mehrheitlich nicht auf dem Friedhof beigesetzt werden konnten. Zusammen mit dem Mahnmal bilden sie insgesamt 63 Erinnerungsorte. Damit ist der israelitische Teil des Pragfriedhofs ein wichtiger Ort des Gedenkens an die Opfer der Shoah.