Adresse: Waldfriedhof – Abteilung 14f2
Waldfriedhof 3, 70597 Stuttgart
Zugang: Öffnungszeiten städtische Friedhöfe
Beisetzung: 1943
© Beate Müller
Oskar Schlemmer wurde am 4. September 1888 in Stuttgart geboren. Er entstammte einer Kaufmannsfamilie; seine Eltern starben früh, sodass er mit 18 Jahren Vollwaise war.
Nach Abbruch der Schulausbildung begann er 1903 eine Lehre in einer Intarsienwerkstatt und besuchte parallel Zeichenkurse. Von Herbst 1906 bis Frühjahr 1920 studierte er an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste, u. a. bei Adolf Hölzel. Ein Aufenthalt in Berlin brachte ihn mit moderner Kunst und dem Kubismus in Kontakt und prägte seine Entwicklung.
Von 1921 bis 1929 lehrte Schlemmer am Bauhaus in Weimar bzw. Dessau auf Einladung von Walter Gropius. Dort leitete er verschiedene Werkstätten und entwickelte sein Konzept eines „Gesamtkunstwerks“; zentrales Thema wurde die „Figur im Raum“. In diesem Kontext entstand auch das „Triadische Ballett“.
1929–1932 hatte er eine Professur in Breslau inne, anschließend bis Mai 1933 eine Lehrtätigkeit in Berlin. 1933 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen.
Sein letztes Lebensjahrzehnt war von Verfolgung und beruflicher Ausgrenzung geprägt: Bereits 1930 wurde eine Wandarbeit am Bauhaus in Weimar zerstört; 1933 folgten die Schließung einer Ausstellung in Stuttgart sowie die Kündigung seiner Berliner Lehrtätigkeit. Ab 1937 galten seine Werke als „entartete Kunst“ und wurden aus Museen entfernt. Schlemmer zog sich daraufhin in die „innere Emigration“ zurück und lebte an verschiedenen Orten, darunter Sehringen, Stuttgart und Wuppertal. Ab 1938 sicherte er seinen Lebensunterhalt überwiegend durch handwerkliche Tätigkeiten.
Schlemmer erkrankte 1942 schwer an Diabetes und starb am 13. April 1943 in Baden-Baden im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt.
Siehe auch:
Wikipedia
LzpB Baden-Württemberg
Text: Beate Müller
Publiziert am: 25. Mai 2026

