Adresse: Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule – Schulhof zwischen Verwaltungsgebäude und K-Bau
Sickstraße 165, 70190 Stuttgart
Zugang: Außerhalb der Schulzeiten geschlossen
Eigentum: Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule
Einweihung: 28. Mai 1991
© Beate Müller / Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule
Die Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule vereint heute verschiedene Bildungsgänge unter einem Dach. Ihre institutionelle Vorgeschichte reicht bis ins Jahr 1937 zurück, als eine Wirtschaftsoberschule gegründet wurde. Seit 1959 befindet sich die Schule an ihrem heutigen Standort in unmittelbarer Nähe des Parks der Villa Berg.
Am 28. Mai 2019 wurde auf dem Schulgelände im neu angelegten „Garten der Gerechten“ ein Baum und eine Gedenktafel zu Ehren von Julius Baumann gepflanzt. Dies erfolgte in Zusammenarbeit zwischen dem Kickers Fanprojekt und der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule. Der Garten orientiert sich am Vorbild der internationalen Initiative „Gärten der Gerechten“, die auf die italienische Organisation GARIWO zurückgeht. Diese würdigen weltweit Persönlichkeiten, die sich unter Einsatz ihres Lebens für andere Menschen eingesetzt und sie vor politischer Verfolgung oder Ermordung geschützt haben. Der Garten der Gerechten an der Cotta-Schule ist der erste seiner Art in Stuttgart.
Julius Baumann, geboren 1898 in Stuttgart, war Mitglied und Schiedsrichter bei den Stuttgarter Kickers. Aufgrund seines jüdischen Glaubens wurde er 1933 aus dem Verein ausgeschlossen. Er engagierte sich anschließend weiterhin in jüdischen Sportvereinen und für die jüdische Gemeinschaft. Nachdem er Lebensmittel für bedürftige jüdische Menschen organisiert hatte, wurde er verhaftet und über das Schutzhaftlager Welzheim in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert, wo er im Oktober 1942 ermordet wurde. Seine Urne wurde auf dem israelitischen Teil des Pragfriedhofs in Stuttgart beigesetzt.
Siehe auch:
Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule
Kickers Fanprojekt
Abteilung IX
Text: Beate Müller / Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule
Publiziert: März 2026

