Adresse: Pragfriedhof – Abteilung 17
Friedhofstraße 44, 70191 Stuttgart
Zugang: Öffnungszeiten städtische Friedhöfe
Beisetzung: 1987
© Beate Müller
Wilhelm Strienz wurde am 2. September 1900 in Stuttgart geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er Gesang und gab 1922 sein Operndebüt am Deutschen Opernhaus in Berlin. In den folgenden Jahren war er an den Opernhäusern in Wiesbaden, Kaiserslautern und Stuttgart engagiert.
Ab 1926 arbeitete Strienz für den neu gegründeten Westdeutschen Rundfunk in Köln. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 trat er der SA bei und wurde an die Berliner Staatsoper berufen. Er wirkte an nationalistisch geprägten Musikproduktionen mit, darunter 1935 Lieder wie Deutsch sein, heißt treu sein und Flieg, deutsche Fahne, flieg!.
In den folgenden Jahren etablierte sich Strienz als Rundfunksänger volkstümlicher Musik. 1936 trat er im NS-Propagandafilm Ewiger Wald auf und gastierte zugleich an internationalen Opernhäusern, unter anderem am Royal Opera House Covent Garden in London. Bekannt wurde er zudem durch seine Interpretationen von Balladen Carl Loewes, etwa Der Nöck und Die Uhr.
Während des Zweiten Weltkriegs war Strienz regelmäßig in der Radiosendung Wunschkonzert für die Wehrmacht zu hören und erreichte mit Liedern wie Gute Nacht, Mutter große Popularität. Er sang propagandistische Kriegslieder und wirkte in den Filmen Wunschkonzert (1940) und Fronttheater (1942) mit. 1944 wurde er in die sogenannte „Gottbegnadeten-Liste“ aufgenommen, die ihn vom Militärdienst freistellte.
Nach dem Krieg wurde Strienz insbesondere in der Sowjetischen Besatzungszone von Rundfunkanstalten boykottiert. Dennoch setzte er seine Gesangskarriere fort, unternahm Tourneen und veröffentlichte weitere Aufnahmen, unter anderem bei Decca.
Wilhelm Strienz starb am 10. Mai 1987.1
Siehe auch:
Wikipedia
Frankfurter Personenlexikon
- Text: Beate Müller
Publiziert: 21. Dezember 2025 ↩︎
